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Im Rahmen der Veröffentlichung des Buches “Mengele Zoo” von Gert Nygardshaug wurden wir gebeten uns mit bestimmten Themen näher zu beschäftigen. In dem Buch geht es um Mino, welcher seine Familie, sein Dorf und einfach alles verliert, weil diverse Großkonzerne im Regenwald alles abholzen und die Dorfbewohner massakrieren. Diese Problematik ist ja auch noch sehr aktuell und hat mich auch emotional mitgenommen.


Parasiten der Erde

Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil man da ja eigentlich nichts Böses dabei denkt. Allerdings sollte man schon bei der Definition aufpassen, denn diese ist ziemlich eindeutig.

tierischer oder pflanzlicher Schmarotzer; Lebewesen, das aus dem Zusammenleben mit anderen Lebewesen einseitig Nutzen zieht, die es oft auch schädigt und bei denen es Krankheiten hervorrufen kann

Minos Geschichte spielt in Südamerika und so habe ich mich nun genauer mit dem Kontinent beschäftigt und siehe da, ich wurde fündig. Es gibt diverse Konzerne, die in Südamerika Abbaurechte für Steinkohle besitzen und so eines der größten Tagebauchwerke der Welt unterstützen. Dieses hat den Namen “El Cerrejón” und ist im Nordosten von Kolumbien lokalisiert. In diesem Werk wird sowohl im Tief – als auch im Tagebau gefördert.

Das Gebiet hat eine größe von 69.000 ha. Man sollte jetzt mal vergleichen und zwar hat der Tagebau Garzweiler nur 11.500 ha. Das Abbauvolumen von 2008 betrug 31,3 Millionen Tonnen Kohle und soll bis 2017 auf 60 Millionen ausgeweitet werden. Es wird in sieben Tagebauen gearbeitet und es gibt 5100 Arbeiter.

Durch das Werk ergeben sich für die dortigen Bewohner katastrophale Zustände und man kann auch nicht wirklich behaupten, dass viele Bewohner hier Arbeit gefunden hätten. Früher haben auf dem Gebiet 60000 Menschen gelebt. Die Dörfer werden zerstört und die Bewohner vertrieben. Großteils werden diese Aktionen mit Hilfe des Militärs durchgeführt.

Der gesundheitliche Aspekt ist ebenso zu erwähnen, denn durch Sprenungen ergeben sich Staubwolken, die sich auf die dortigen Gebiete verteilen und je nach Wetterlage dauert es an und kann so auch über einen längeren Zeitraum Probleme machen. Das bedeutet Lungenprobleme, wie Staublunge oder auch Hautveränderungen.

Auch ein indigenes Volk ist betroffen und zwar der Stamm der Wayuú. Dies ist eine Gemeinschaft, welches haupstächlich in diesem Bereich von Kolumbien lebt. Allerdings lassen sich nicht alle vertreiben und es gibt noch Widerstand gegen die Umsiedlungen. Der Stamm hat auch viele Kinder verloren, denn zusätzlich zur Staubproblematik, gibt es auch Wasserknappheit. Der Tagebau verschluckt am Tag bis zu 45 Millionen Trinkwasser. Das restliche Wasser ist dann nicht nur zu wenig zum Leben, sondern auch noch hochgradig verschmutzt und so auch für die Umwelt unbrauchbar. Sodass auch die Natur bereits Schaden genommen und viele Pflanzen und Tiere sind vom Aussterben bedroht. Darunter auch wichtige Heilpflanzen, die in der traditionellen Medizin eingesetzt werden.

Wenn man dann aber liest, dass die Betreiber gerne erweitern würden, kriegt man schon einen Hass auf die Betreiber. Für mich verdienen die Betreiber die Bezeichnung “Parasit der Erde” total, denn die machen das nur wegen des Geldes und nehmen keine Rücksicht auf Verluste, obwohl ich mir schon vorstellen könnte, dass den dortigen Bewohnern leere Versprechungen gemacht wurden.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Beitrag doch den einen oder anderen anregen, sich selber zu überlegen, ob man was ändern kann.

Was sind eure Gedanken zu dieser Problematik? Kennt ihr noch andere Bereiche, die in diese Kategorie fallen?

 

 

Wer nun Interesse am Buch hat, hier habe ich die Inhaltsangabe für euch. Übrigens hat Mino mein vollstes Verständnis.

Mino lebt im Regenwald. Sein Vater versorgt die Familie mit dem Fang seltener Schmetterlinge. Doch der Kapitalismus kommt gefährlich nahe. Wälder werden abgeholzt, Ureinwohner massakriert. Eines Tages zerstören die Handlanger einer Ölgesellschaft Minos Dorf und töten seine Familie. Der Junge bleibt allein zurück. Hass und Rachegedanken werden übermächtig und sind der Beginn einer Reise durch viele Länder. Bald werden Großkonzerne und Politiker vom Terror heimgesucht. Der Überlebende wird zum Täter: Mit raffinierten Morden versucht er das Bewusstsein der Menschen zu ändern. Kann Terrorismus für das Gute stehen? Ein fesselnder Roman aus der Sicht eines Terroristen

Quelle: Verlag

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